Vorwärts. Linke Alternative.

Klar. Überlegt. Vernünftig.

* Gewerkschaftler und Betriebsratsvorsitzender bei Weidmüller

Europa als Friedensgarant 


Wir stehen für die europäische Idee. Wir brauchen ein einiges Europa für Freiheit, Sicherheit und Wohlstand. Uns geht es um ein wirtschaftlich dynamisches und sozialeres Europa, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt, Verständigung schafft und Zusammenhalt stiftet. Die SPD 

war früher eine Friedenspartei und stand damit für eine Außenpolitik der klugen Diplomatie. Im Geiste der Entspannungspolitik von Willy Brandt und Egon Bahr ist es Anspruch linker Politik, auch über tiefe Gräben Brücken zu bauen. 


Wir arbeiten für den Frieden. Wir setzen auf politischen Ausgleich, Krisenprävention und Stabilisierung. Nicht Konfrontation und neue Aufrüstungsspiralen sichern unseren Frieden, sondern Entspannung, Zusammenarbeit, 

Rüstungskontrolle und Abrüstung. Wir wissen: Nachhaltige Sicherheit ist nur durch Dialog und Kooperation möglich. Wir treten für die militärische Partnerschaft in der EU ein. Die Mitgliedschaft in der NATO ist zu überprüfen...


Nur so werden wir auch eine neue europäische Abrüstungsinitiative und einen Neustart in der Rüstungskontrolle erreichen. 


Ich meine dazu, dass wir dringend in unserem Bewusstsein haben sollten, unseren Wohlstand in Deutschland auch den Rüstungsexporten zu verdanken. Damit sind wir als Deutsche sozusagen Mitverursacher für das Elend in den Kriegsgebieten dieser Welt. Mit diesem Bewusstsein sollten wir nachdenken, bevor jemand aus unseren Reihen über eine Quote flüchtender Menschen redet. 


Dabei halte ich für spannend, dass besonders in Gegenden, in denen wenig Menschen mit Migrationshintergrund leben, das „Theater“ am größten ist. 


Ich habe die Sorge, dass uns Deutschen nicht allen bewusst ist, als NATO-Partner mit der Ost-Erweiterung zur Verunsicherung der Menschen in Russland beigetragen zu haben. Ich würde nicht gerne blind den Amerikanern nachlaufen wollen - habe auch relativ wenig Angst vor dem „bösen Iwan“. Brand und Bahr haben vorgemacht, wie wir Deutschen zum Frieden in der Welt beitragen können. Ich bin nicht für diese Auslandseinsätze unserer Bundeswehr.

Digitale Kompetenzen 


Digitale Kompetenzen müssen dem Lesen, Rechnen und Schreiben als vierte Kulturtechnik an die Seite gestellt werden, damit der sozialen Spaltung nicht eine digitale Spaltung hinzuwächst. Gemeinsam mit den Ländern wollen wir daher digitale Bildungsstandards für alle Bildungsbereiche und Schulstufen entwickeln und den Erwerb digitaler Kompetenzen in allen Bildungsplänen verankern. Wir werden dafür sorgen, dass Lehrkräfte sich für den digitalen Wandel qualifizieren und dass Informatikunterricht an allen Schulen verpflichtend eingeführt wird. Lernmaterialien müssen vollständig digitalisiert und offen zur Verfügung stehen. 


Gute Ganztagsschulen verbessern die Qualität der Bildung und die Chancengleichheit gleichermaßen und leisten darüber hinaus einen unverzichtbaren Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diese Schulen der Zukunft öffnen sich zum Sozialraum, bieten Freiräume 

für Kinder und Jugendliche und arbeiten mit multiprofessionellen Teams. Wir fordern gemeinsam mit den Ländern den flächendeckenden Ausbau guter Ganztagsangebote in allen Schulformen und erwarten einen Rechtsanspruch auf Ganztagsschulplätze im 

Primarbereich bis 2021. 


Ich persönlich bin der Meinung, dass Kitas und Schulen durchaus flexible Öffnungszeiten für die Zukunft bereit halten müssen. Die flexiblen Arbeitszeiten der Eltern erfordern logischerweise auch flexible Betreuungszeiten bei den Kindern. 


Hier kann ich persönlich mir vorstellen, dass durch die Digitalisierung von Bildung auch möglich sein kann, ortsunabhängig zu lernen. Also, wenn die Familie Zeit hat für sich, können Schülerinnen und Schüler zuhause im virtuellen Klassenraum unterrichtet werden. Wenn wir eine digitale Bildung fordern, ist analoges Denken wenig zielführend. Wenn Familie dann wiederum Betreuungszeiten braucht, sollten die Einrichtungen auch nach 16h für solche Anforderungen „offen sein“ - im doppelten Wortsinne.

Meine Vorstellung ist in 3 Punkten zusammen zu fassen. 

1. Bürgerversicherung für  alle.

2. Rentenniveau von min. 85% bei 45 Jahren Arbeit.

3. Abschaffung von Leiharbeit und Werkverträgen.

Das muss im Kern gemacht werden. … Dann auf jeden Fall 

bessere Qualifikationsmöglichkeiten für Arbeitnehmer,

um die Transformation zu bewältigen.

Die jetzige Politik des Kapitalismus vergisst die Arbeitnehmer.

Mehr Zeit für Familie 


Mütter und Väter sollen den täglichen Spagat zwischen Beruf und Familienpflichten miteinander bewältigen können. Insbesondere die Generation in der „Rushhour“ des Lebens zwischen 30 und 55 Jahren spürt die Doppelbelastung, sich einerseits um familiäre Belange zu kümmern und andererseits engagiert im Beruf zu sein. 


Viele junge Väter kehren nach kurzer Elternzeit voll in ihre Jobs zurück. Und dies obwohl sie oft gern etwas weniger arbeiten würden als vorher, um Zeit für ihre Kinder zu haben 


Mütter hingegen steigen nach einem Jahr Elternzeit in mehr oder minder „kleiner Teilzeit“ wieder ein, mit negativen Folgen für das Einkommen, die Aufstiegs-chancen, die Rente. Unter fairer und partnerschaft-licher Vereinbarkeit von Familie und Beruf verstehen wir etwas Anderes. 


Wir sollten deshalb die Familienarbeitszeit mit einem Familiengeld einführen. Wenn 

b e i d e Elternteile ihre Arbeitszeit reduzieren, sollen sie für 24 Monate durch ein Familiengeld unterstützt werden. 


Natürlich sollen auch Allein- oder getrennt Erziehende das Familiengeld erhalten. Gerade Familien mit kleinen Einkommen sollen sich mehr Partnerschaft-lichkeit in der Familie leisten können. Das Familiengeld unterstützt eine partnerschaftliche Arbeitsteilung, erhöht die Chance, dass Frauen zumindest in „großer Teilzeit“ arbeiten und so ihre eigene Existenzsicherung verbessern. 


Wir können uns gut vorstellen, dass wir kombiniert mit einer Grundsicherung von Kindern, Eltern auch 

nach der Elternzeit die Familien-arbeitszeit „schmackhaft“ machen können. 


Die Familie ist die Basis unserer Gesellschaft. 


Wir sollten sie entsprechend bewahren und versorgen...

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