Vorwärts. Linke Alternative.

Ist das Boot 

wirklich voll?

Die Europäische Union scheint oftmals nur einig Europa, wenn es eine Bedrohung von Außen gibt. Zumindest scheinen sich die politischen Eliten einig, dass kaum ein europäisches Land irgendwelche Menschen aufnehmen will, die vor Krieg und Elend flüchten. 


Da geistert momentan "Corona" durch alle Medien. Wenn man den Fotos von leer gekauften Supermärkten glaubt, finden bereits sogenannte Hamsterkäufe statt, um dem Zusammenbruch von Logistik und Warenwirtschaft entgegen zu eilen. Tonnen von Mehl und Nudeln werden in privaten Vorratsräumen "gebunkert", weil offenbar wenig Vertrauen der Bürger existiert, dieser Staat könnte eine geregelte Versorgung gewährleisten. Möglicherweise haben auch manche Angst vor seitenlangen Anträgen an eine Notstands-Bürokratie, um ein Stück Brot zu erhalten, wenn "nichts mehr geht". 


Was Greta nicht geschafft hat, mit der Warnung vor schlechten Zeiten infolge klimatischer Veränderungen in der Zukunft, gelang Sabine und Corona binnen Tagen. Benzinpreise purzeln an den Tankstellen, um die sinkende Nachfrage auszugleichen. Der Markt ist ein Zeichen für das Zuhause bleiben der Ängstlichen. 


Manche Menschen überlegen auch bereits zu Verwandten zu gehen, falls es zu großflächigen

Quarantäne-Maßnahmen in ihren Regionen

kommen sollte. 


Und dafür haben viele Menschen in den sozialen Medien großes Verständnis. 


Es wird von Verantwortung gegenüber den Kindern, den Familien, gesprochen. 

Es wäre logisch, dass man nicht in einem Gebiet bleiben kann, in dem eine Krankheit oder Versorgungsnot die Existenz der Familie bedroht. Schreiben übrigens auch Leute, die dafür sind, an der griechischen Grenze zur Türkei mit "aller Härte" dort die Flüchtlinge zu stoppen, die nach Europa Einlass begehren. Da fragen wir uns, warum manche Menschen offenbar nur von Wand bis Tapete denken können...


Aus unserem Blickwinkel flüchten die meisten Menschen aus ihrer Heimat nicht so zum Spaß. Es ist keine Challenge, wer zuerst in Europa eine einheimische Frau schwängern darf, sich einen neuen Mercedes kaufen könnte, oder sonst was. Wenn man die Nachrichten aus aller Welt richtig deutet, fliehen diese Menschen zumeist aus Verantwortungsgefühl gegenüber ihren Frauen und Kindern, ihren Brüdern und Schwestern, ihren Familien. Sie fliehen zumeist vor Versorgungsnöten, wirklich brutalem Hunger, vor Krieg und Vergewaltigung, Mord und Totschlag. Dabei riskieren sie ihre Gesundheit, ihr Leben, ihr Hab und Gut. Oftmals, um nur einen "ins Spiel" zu bringen, der tatsächlich das gelobte Land Europa erreicht, um die Familie dann nachholen zu sollen. 


Würden also Menschen in unserer Gegend sich anders verhalten, wenn es hier am Baum brennen würde? Also,

wenn hier so Brandstifter wie Höcke tatsächlich für Bürgerkrieg sorgen

würden, wenn Corona tatsächlich unsere Wirtschaft kippt, wenn die Infrastruktur tatsächlich kollabiert, wenn Lebensmittel knapp sind... würden da alle still zuhause sitzen bleiben und DSDS gucken? ... 


Ein etwaiger Kanzlerkandidat Merz sollte sich in solchen Zeiten hüten, die Diskussion um hartes Vorgehen von Frontex anzuheizen, meine ich. Es geht um Kinder, um Menschen, nicht um Billigprodukte aus Fernost, oder um internationale Wertpapiere. 


Ein etwaiger Kanzlerkandidat Laschet sollte sich einschalten für die bedrohten Menschen überall. Als sogenannter Christdemokrat muss er das alleine schon tun, wenn er glaubwürdig im Wortsinne sein will. Sein Jesus, der keine Boote brauchte, um über das Wasser zu kommen, ist schließlich ein Jude. Kein blonder Deutscher. Jesus war ein Mensch aus dem vorderen Orient. Würde man ihn heute auch in der Türkei zurücklassen wollen, weil man nicht glaubt, dass er gekreuzigt werden könnte, in seiner Heimat? Aber die Jungfräulichkeit seiner Mutter kann man sich vorstellen... 


Wenn man bedenkt, dass viele unserer alltäglichen Produkte aus dem Ausland stammen. 


Teilweise Tausende Kilometer zurückgelegt haben, wie Autos, die in Korea, Japan oder sonst wo, produziert wurden. Mobiltelefone mit Bauteilen, verteilt auf der ganzen Welt. Kleidung, billig hergestellt in Bangladesh, Pakistan oder Afrika. Nestlé will Brunnenrechte auf dem "schwarzen Kontinent", damit Hipster in der Mucki-Bude chichi-Wasser trinken können, während sie Witze machen über die 17jährige aus Schweden. 


Jedenfalls sehen viele in ihrem Umfeld völlig normale Geschäfte, keine leeren Regale, wie man sie von der DDR berichtet hat. Keine hysterischen Menschen, die wie die sogenannten Preps ihre Grundstücke absichern gegen eine angebliche Zombieapokalypse. 


Wir sehen aber auch nicht, dass unsere aktuelle Kanzlerin das Wort ergreift, um sich wie vor fünf Jahren für die Menschen auszusprechen. Merkel scheint müde, sich zu erklären, was sie 2015 gut gemacht hat. Die Populisten in allen derzeit gewählten Parteien haben ihr das Wort abgeschnitten - und sie sitzt nur noch bis zum Ende ihrer Amtszeit (wenn sie die erreicht, ohne vom nächsten CDU-Vorsitzenden abgelöst zu werden). Das ist eine noch größere Katastrophe für unsere Demokratie, als das politische Versagen der Parteien in Thüringen. 


Rechtsextreme Egoisten wie

Orban und Co benutzen die Türkei als 

4-Millionen-Flüchtlingslager,

ohne ordentliche Hilfe und Gegenleistung.


Die Europäische Union war einig in der Brexit-Sache. 


Konsequent einig ist der Kontinent leider nicht, was die politische Führung in der aktuellen Krise angeht. Brüssel spielt da eher den "Schwarzen Peter“, kombiniert mit Mikado. 


Niemand hat sich in den letzten fünf Jahren um eine Lösung dieser humanitären Katastrophe bemüht. Man hat allgemein auf Zeit gespielt, um vor Ort die Wahlkämpfe zu gewinnen. Oder Parteien zu retten!

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